So gelingen super Fotos vom Supermond

Supermond

Ein Beitrag von Pavel Kaplun über den Supermond

In der Nacht vom 14. auf den 15. November 2016 zeigt sich in Deutschland ein Supermond. Dann bietet sich die Gelegenheit, dass der Erdtrabant uns so nah kommt wie nur selten.

Wer  den Supermond am 14. November verpasst bekommt am 14. Dezember 2016 erneut eine Chance, sein Traumfoto vom Mond zu realisieren.
Stille, Dunkelheit, Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und eine herausragende Aussicht. Das sind die Voraussetzungen, die Fotografen brauchen, um in der Nacht von Samstag auf Sonntag Aufnahmen dieses besonderen Naturschauspiels zu machen. Nur dreimal im Jahr 2016 zieht der Mond seine Kreise so nah um die Erde wie an diesem Abend.
„Gelegenheiten wie diese gibt es nicht oft“, sagt Pavel Kaplun. „Ich bin oft draußen unterwegs – auch abends und nachts. Gerade in absoluter Dunkelheit muss ich mich voll auf mein Equipment verlassen können – es im Schlaf beherrschen.“

 

Für alle, die das Thema Nacht- und Mondfotografie interessiert, hat Pavel Kaplun ein paar Tipps parat:

Pavel Kaplun
Pavel Kaplun

• „Zoom is king“: Um Details wie zum Beispiel Krater auf dem Mond sauber einzufangen, braucht es eine große Brennweite, die gegebenenfalls durch einen Telekonverter weiter verlängert werden kann. Die hohe Brennweite erfordert dann auch ein Stativ und ein berührungsloses Auslösen der Kamera, denn selbst kleinste Verwackler machen das Bild schnell unbrauchbar.
• Störendes Licht vermeiden: Man kann den Mond auch in einer großen Stadt fotografieren und es ist ratsam, ab und an auch die Umgebung ins Mondbild einzubeziehen. Dennoch gilt: Je mehr störendes Umgebungslicht vermieden werden kann, umso besser. Manchmal reicht hier schon ein freies Feld und eine Gegenlichtblende.
• Richtig belichten: Beim ersten Versuch sind die Mond-Fotos oft überstrahlt, denn die Leuchtkraft eines selbst kleinen Mondes am Himmel wird oft unterschätzt. Pavel Kapluns Tipp: Mit der Blendenvorwahl (Av) starten, den ISO Wert manuell auf einen niedrigen Wert einstellen (zum Beispiel im Bereich von 100 – 800) und dann die vorgeschlagene Belichtungszeit kontrollieren. Ist diese schön kurz und garantiert so eine verwacklungsfreie Aufnahme, lassen sich diese Werte leicht in den manuellen Kameramodus übertragen. Dann ist man startklar. Wichtig: Je größer die Brennweite, desto kürzer muss die Verschlusszeit sein.
• Richtig fokussieren: Hier gehen wir ebenfalls auf Nummer Sicher: Zuerst mittels Autofokus auf den Mond scharf stellen, danach in den manuellen Fokus-Modus wechseln und die Einstellungen beibehalten.
• Eine Aufnahme genügt fast nie: Wer schon öfter Himmelsobjekte fotografiert hat, der weiß: Die Dinge bewegen sich – und zwar schneller, als man glaubt. Darüber hinaus gibt es immer wieder Einflüsse, die man vielleicht nicht bemerkt und die sich negativ auf das Bild auswirken – Vibrationen im Boden durch ein vorbeifahrendes Auto zum Beispiel. Zuhause wird man deshalb oft feststellen, dass die eine oder andere Aufnahme nicht so scharf geworden ist wie erwartet. Deshalb immer mehrere Aufnahmen machen – und gerne auch verschiedene Motivvarianten. Ambitionierte Nachtfotografen, die bei der Bildbearbeitung das Stacking-Prinzip verwenden, benötigen ohnehin viele Bilder von ein und demselben Motiv.

Fünf Fakten zum Supermond am 14./15. November:

• Rechnerisch kommt der Mond nur alle 14 Monate der Erde so nah wie in der Nacht vom 14. November. Er wird die Erde in weniger als 364.000 Kilometern Entfernung umkreisen.
• In dieser Nacht wird der Mond von der Erde aus voraussichtlich sieben Prozent größer und rund 30 Prozent heller zu sehen sein.
• Die nächste Gelegenheite, den Mond so nah und groß zu fotografieren, gibt es am 14. Dezember 2016. Im Jahr 2017 zieht der Mond weiter entfernt seine Bahnen.
• Beste Voraussetzungen für besondere Fotos: Durch die Nähe zur Erde wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag deutlich mehr von der Oberfläche des Mondes zu sehen sein.
• Grundsätzlich entfernt sich der Mond Jahr für Jahr weiter von der Erde. Genau genommen, sind es rund 3,8 Zentimeter pro Jahr.

 

Foto im Text: Pavel Kaplun/ Eigenes Werk auf Wikipedia

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